12. Aufgabe - Der Prolog

Hallo... mein Name ist Hendrik Weidinger, und das ausgerechnet meine Lebens-Geschichte interessant genug zum Erzählen werden würde...nein. Niemals hätte ich damit gerechnet. Und auch jeder, der mich kennt, würde euch kein Wort von dem glauben, was ich euch zu erzählen habe...!

Ich bin doch wirklich eher der stille Junge gewesen, der sich hundert mal lieber mit einem Buch in seinem Zimmer verkriecht, als sich irgendwo unter andere Sims zu mischen...ich mag fremde Leute nicht, und je mehr Sims um mich herum sind, umso unwohler fühle ich mich. Ja, ich bin ein Einzelgänger, auch wenn viele das nicht verstehen. 

Aber vielleicht beginne ich einfach damit, euch etwas über meine Herkunft zu erzählen:

In diesem Haus in Sunset Valley bin ich aufgewachsen. Meine Großeltern haben es damals gekauft und mit der Renovierung des alten Gemäuers begonnen. Fertig sind aber erst meine Eltern damit geworden.

Das sind übrigens meine Großeltern; Gwen und Holden Wozny. Angeblich sehe ich meinem Opa sehr ähnlich, und auch vom Charakter scheine ich einiges von ihm geerbt zu haben...die roten Haare allerdings sind von Oma.

Die hat auch meine Mutter Karlotta geerbt. Sie hat in ihrem Leben vieles ausprobiert, bevor sie endlich in der Arbeit im Wissenschaftlichen Institut ihren Platz gefunden hat.

Mein Vater dagegen hat Zeit seines Lebens im "Kleinen Korsen" den Kochlöffel geschwungen. Und das sehr gern und mit Hingabe.

Dann gehört natürlich noch meine ältere Schwester Lola mit dazu...ich könnte ganze Romane über sie schreiben, aber das gehört hier wohl nicht hin. Wie man sieht, reist sie gern. Ausserdem ist sie eine leidenschaftliche Fotografin.

Dann gibt es noch meine Tante Hayleigh...von der weiß niemand so ganz genau, was sie eigentlich macht; nur das sie damals erst bei der Polizei war und dann wohl zu einer Art Spezialeinheit gewechselt hat.

Achja - und natürlich mein Cousin Jasper, der Sohn von Tante Hayleigh. Er hat einen ausgeprägten Hang zur Exzentrik, findet Steampunk toll und ist überhaupt irgendwie immer anders. Er arbeitet mit Mama im Institut, auch wenn ich mir das bei ihm kaum vorstellen kann.

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Meine eigene Geschichte beginnt, so glaube ich, mehr oder weniger an meinem Geburtstag...

...und natürlich meinten meine lieben Eltern, das man nur einmal im Leben die Schule abschließt und erwachsen wird. Und das man diesen Tag auf gar keinen Fall einfach so wie alle anderen Tage verbringen kann...also haben sie -wie üblich- die Familie und Freunde eingeladen, das Büffett aufgebaut und natürlich wieder eine dieser zuckrig-klebrigen, kitschigen Geburtstagstorten besorgt.

Gott, war mir das alles peinlich!

Aber genau das fand meine liebe Schwester super. Je mehr ich mich fortwünschte, desto lauter lachte sie über mein betretenes Gesicht. Und dann trötete sie auch noch als erste los, das mir fast das Trommelfell geplatzt wäre! 

"Los, du Dorftrottel, jetzt puste doch mal endlich die Kerzen aus! Man könnte meinen, dir sei die Luft ausgegangen - oder traust du dich mal wieder nicht? Du musst aber , ob du willst oder nicht, Dumpfbacke...! Hoffentlich schaffst du es dieses Mal, wenigstens einen Teil auszupusten, ohne die Sahne in in der Küche zu verteilen..."

Ja, Lola ist der Liebreiz in Person. Wenn sie nur jemanden ärgern kann, dann tut sie es. Und wenn sie einem ein Versagen von früher aufs Butterbrot schmieren kann, dann wird sie auch das mit Genuß machen.

Ich kratzte also die letzten Reste meiner Selbstachtung zusammen, schloß die Augen, wünschte mich ganz ganz weit weg von allem hier und pustete die verdammten Kerzen aus.

Und ich schaffte es tatächlich, alle Kerzen pannenfrei richtig auszupusten! Inständig hoffte ich, es sei ein gutes Zeichen für meine Zukunft und meine Zeit als "Junger Erwachener". 

Wie sagt man noch? Wenn man sich etwas wünscht, und dann wirklich alle Kerzen mit einem Atemzug löscht - dann ginge dieser Wunsch in Erfüllung?

Ich hatte mir meine Ruhe gewünscht, Stille, einen Ort für mich ganz alleine. Ohne Freunde, Bekannte, die nervige Familie. Nur ich, meine Bücher vielleicht...Zeit zum Malen oder auch Gärtner, angeln...Dinge, die ich liebte, bei denen ich aber hier in diesem Haus immer und immer wieder gestört wurde. 

Ich vergaß dabei aber leider den anderen Spruch:

"Bedenke wohl, worum du bittest - die Götter könnten es dir gewähren!"

Aber davon ahnte ich an diesem Tag noch nichts. Das Unheil ließ sich durchaus etwas Zeit.

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